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Besiedelung
Kartitsch wurde zwischen dem 3. und 4. Jahrhundert besiedelt und kolonialisiert, um eine damals wichtige Römerstraße zu sichern. Der Ort wurde im Jahre 965 erstmals in einer Urkunde erwähnt. In der Geschichte treten mehrere Namen der Gemeinde auf, wie zum Beispiel Kartitsa, Kartidds, Cartish oder auch Kartisch.

 

 

Bauerngemeinde Kartitsch
Zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert wurden vom Kloster in Innichen und den Grafen Görz mehrere Schwaighöfe in Kartitsch angelegt, wobei der Ort selbst dem Gericht Heinfels unterstellt war. Laut einer Urkunde von 1271 fiel der Zehent von Gütern (Abgabe von Feldfrüchten) in "Cartish" dem Stift in Innichen zu. Dies garantierte die Instandhaltung und das Vorhandensein landwirtschaftlicher Betriebe im Ort. Laut Aufzeichnungen bildete Kartitsch um die Mitte des 16. Jahrhunderts eine reine Bauerngemeinde.

 

 

militärische Auseinandersetzungen
Im Laufe der Geschichte kam es auch teils zu militärischen Auseinandersetzungen. Mit den südlichen Nachbarn, den romanischsprachigen Cadorinern, stand die Bevölkerung von Kartitsch und Tilliach wegen Almnutzungsrechten jahrhundertelang auf Kriegsfuß. Man einigte sich schließlich durch einen Schiedsspruch der Grafen Görz darauf, dass die Herrschaftsgebiete durch den höchsten Bergkamm im Kartitscher Tal getrennt werden sollten. Dabei wurde es der Bevölkerung des Ortes aber verwehrt, die Hänge zu besiedeln oder zu nutzen. Trotz vertraglichen Regelungen wiederholten sich Grenzübergriffe, es kam zu Viehraub, Plünderung und Brandschatzung. Die Bevölkerung wusste sich jedoch gegen widerrechtliche Eindringlinge mit Erfolg auf Dauer zu behaupten.

 

 

Heuschreckenplage
Im Jahre 1479 wütete in Kartitsch eine schreckliche Heuschreckenplage, Ernten vielen aus, Saatgut wurde vernichtet. Dies bedeutete eine Hungersnot und Existenzbedrohung für etliche Jahre. Eine alte, im 19. Jahrhundert erneuerte Bauinschrift auf der dem Hochaltar in St. Leonhard zugekehrten Chorbogenseite erinnert noch heute an die entsetzliche Plage.

Geschichte Kartitsch

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